techlogia — KI- und Web-Dienstleister Berlin
DSGVO-konforme Pentests im deutschen Mittelstand

DSGVO-konforme Pentests im deutschen Mittelstand

16. April 2026

Zurück zum Blog

Wer im deutschen Mittelstand heute einen Pentest beauftragt, trifft auf einen Widerspruch: DSGVO Art. 32 schreibt „Sicherheit der Verarbeitung" vor — aber ein Pentest selbst ist oft schon ein DSGVO-Problem. In diesem Beitrag erklären wir, warum und was die Lösung ist.

Der Widerspruch

Ein Standard-Pentest bei einem SaaS-Anbieter läuft so: Der Kunde gibt seine Domains/IP-Ranges ins Tool ein, der Scan startet, Ergebnisse werden auf dem Anbieter-Server gespeichert, ein PDF-Report wird erzeugt. Für US-basierte Tools (Intruder, Tenable, Qualys) bedeutet das:

  • Scan-Rohdaten (inkl. Subdomain-Strukturen, Software-Versionen, offene Ports) gehen in US-Infrastruktur
  • Rechtsgrundlage: meist EU-US Data Privacy Framework (DPF) seit 2023 — rechtlich wackelig, da es vom EuGH jederzeit gekippt werden kann (wie bei Schrems I und II)
  • Für Unternehmen mit Gesundheitsdaten, Finanzdaten oder Kommunaldaten: gar nicht zulässig, auch mit DPF

Was die Aufsichtsbehörden sagen

Die Datenschutz-Konferenz (DSK) hat in ihrer Orientierungshilfe „Maßnahmen zum Schutz personenbezogener Daten" (2023) klargestellt: Auch Metadaten wie IP-Strukturen, Nutzer-Zuordnungen und Zugriffsmuster sind personenbezogen, sobald sie mit realen Personen verknüpfbar sind.

Für ein Krankenhaus heißt das konkret: der Scan der internen Netze (mit Hostnamen wie radiologie-arzt-meier-pc) darf nicht in ein US-Tool hochgeladen werden. Nicht mit DPF, nicht mit Standardvertragsklauseln.

Die drei Wege aus dem Dilemma

Weg 1: Intern aufbauen

Interne Pentester einstellen, eigene Toolchain entwickeln. Realistisch nur für Organisationen ab 500 Mitarbeitern mit IT-Sicherheitsbudget.

Weg 2: Rein deutschsprachige Dienstleister

Dienstleister wie SySS, usd, Secuvera führen Pentests vor Ort durch, Daten bleiben in DE. Hochwertig, aber teuer (ab ~15.000 EUR pro Pentest) und nur einmal jährlich sinnvoll.

Weg 3: Self-hosted Tooling

Tools wie OpenVAS (veraltet), Nuclei (gut, aber ohne KI-Planung), Metasploit (nur Exploit-Framework, keine Scan-Automatisierung). Historisch fehlte eine moderne, KI-gestützte Self-hosted Plattform. Das ändern wir mit SentinelClaw.

Was ein DSGVO-konformer Pentest mindestens erfüllen muss

  1. Ausführung vollständig auf Infrastruktur unter Kunden-Kontrolle — eigener Server, eigene Cloud-Instanz in DE/EU, oder vor Ort beim Dienstleister
  2. Keine Metadaten-Telemetrie — das Tool darf keine „anonymisierten" Scan-Ergebnisse an den Hersteller senden (auch nicht für „Produktverbesserung")
  3. Rohdaten-Löschung nach Pentest — inkl. Log-Files, temporärer Caches, KI-Trainingsdaten. Konfigurierbare Retention-Periode
  4. Audit-Trail — jede Pentest-Aktion wird protokolliert (ISO 27001 Annex A.12.4.1), damit der Kunde bei einer Datenschutzprüfung nachweisen kann, was genau passiert ist
  5. Klare TOM-Dokumentation — technische und organisatorische Maßnahmen müssen im AV-Vertrag stehen, falls ein externer Dienstleister den Pentest ausführt

Was SentinelClaw konkret macht

Kurz zusammengefasst: SentinelClaw läuft als Docker-Compose-Stack auf einem Server Ihrer Wahl (eigener VPS, Hetzner-Instanz, On-Premise-Maschine). Der gesamte Pentest — Reconnaissance, Planung, Ausführung, Report — passiert auf diesem Server. Die KI-Planung nutzt lokale LLMs (Ollama), kein Call-Home. Rohdaten werden nach konfigurierbarer Zeit automatisch gelöscht. Audit-Logs im SIEM-kompatiblen JSON-Format.

Technische Details zur Architektur gibt es in unserem Post „SentinelClaw-Architektur: Landlock LSM + NemoClaw erklärt".

Fazit

DSGVO-konforme Pentests sind kein theoretisches Problem — sie sind die neue Normalität für jeden deutschen Mittelständler mit sensiblen Daten. Self-hosted Tooling wird zum Compliance-Standard, nicht zum Nice-to-have.

Wenn Sie Fragen zur konkreten Umsetzung haben — ob mit SentinelClaw oder anderen Tools — melden Sie sich unter kontakt@techlogia.de. Erstberatung kostenlos.

DSGVO-konforme Pentests im deutschen Mittelstand | techlogia